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Aachener Reich


Aachener Reich

 
Aachener Reich

Spanien und Österreich als Nachbarn.
Das "Aachener Reich" bezeichnet das Territorium der ehemaligen freien Reichsstadt Aachen. Das Gebiet umfasste den vor der Stadtmauer gelegenen Bereich des Glockenklangs, die Quartiere Berg, Haaren, Orsbach, Soers, Vaals, Weiden, Würselen sowie die Aachener Heide, den Stadtwald und den Reichswald. Insgesamt war das Aachener Reich rund 9.000 Hektar groß, seine Grenze hatte eine Länge von etwa 70 Kilometern.

Das Aachener Reich bildete sich zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert in der Nachfolge des alten Aachener Königshofes. Aus dem Jahr 1336 stammt die älteste schriftliche Bestätigung des Königs (Ludwig IV.), in der die Herrschaft Aachens über die umliegenden Dörfer festgehalten ist.

Im Westen grenzte das Aachener Reich in seiner frühen Phase an das Herzogtum Limburg, im Nordwesten an die Österreichischen Niederlande, im Norden und Osten an das Herzogtum Jülich und im Süden an das Gebiet der Reichsabtei Burtscheid. Im späteren Verlauf unterstand das Herzogtum Limburg für über zwei Jahrhunderte dem spanischen König. Die Grenzen des Gebietes waren mit so genannten Adlersteinen markiert, die das Aachener Stadtwappen trugen. Das Land wurde durch einen mit einer Buchenhecke bepflanzten Landgraben und eine Reihe von Wachtürmen ("Türmchen") gesichert.

Es gab ehemals 8 Wachtürme. Sie waren so positioniert, dass es möglich war, Nachrichten per Rauch- oder Lichtsignal an den "Langen Turm" in der Innenstadt zu senden. Heute noch erhalten sind die Türme Alt-Linzenshäuschen, Beeck, Haus Hirsch, Adamshäuschen sowie die Orsbacher Burg. In den Türmen wohnten die Förster, die für das jeweilige Gebiet (Waldungen und Landwehr) zuständig waren. Sie hatten außerdem jede verdächtige Bewegung von Kriegsvolk und Fremden zu melden. Ab Anfang des 16. Jahrhunderts wurden auf diese Art Wächter- und Forstamt vereint.